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Bereits zum 111. Mal tourt der "Circus Romantica" durchs Land. Doch das traditionelle Unternehmen steht vor dem Aus: Die Zuschauereinnahmen schwinden, die Gemeinden fordern Vorauszahlung der Platzgebühr - die Situation scheint ausweglos, hätte nicht Hilda Locher, die als Dompteuse "die scharfe Gloria" auftritt, eine Idee. Der Zirkus könnte in jenes Dorf ziehen, wo ihr Bruder seit Jahren Gemeindepräsident ist und ihnen kostenloses Gastrecht bieten könnte. Der Haken dahinter: Seitdem sie wegen des Zirkus zu Hause ausgezogen ist, hat ihr Bruder nie mehr mit ihr gesprochen. Und ist grundsätzlich gegen jede Art von Zirkus …

Eugen Locher, Landwirt und seit fünf Amtsperioden Gemeindepräsident von Leidenwil, steckt mitten im Wahlkampf. Seine neuerliche Wiederwahl scheint gefährdet, die ebenfalls kandidierende Grüne Dorothea Grüniger bietet ihm ernsthafte Konkurrenz. Das Thema Umweltschutz mag die Stimmbevölkerung eher zu überzeugen als das Gehabe ihres Dorfkönigs, der zudem von seiner herrschsüchtigen Gattin Rosmarie getrieben und gesteuert wird.

Da passt es den Lochers gar nicht, dass die Schwester mit dem ganzen Zirkus aufkreuzt. Anders Sohn Thomas, der ebenfalls gerne zum Zirkus möchte, als Clown. Er kann sich nicht damit abfinden, dass er den elterlichen Hof übernehmen und Silvia, die er von Kindsbeinen an kennt, heiraten sollte. Gemeinsam greifen Thomas und Silvia zu einer List und stellen den Wahlkampf ziemlich auf den Kopf.

Mit einer Kombination aus bunter Zirkuswelt und grauem Bünzlitum verspricht die Komödie "So en Zirkus" viel Sprachwitz und Situationskomik. Das Original von Jörg Appel in badisch-fränkischem Dialekt wurde von Nicolas Russi in Schweizer Mundart übersetzt und auf die hiesigen Gepflogenheiten angepasst – etwelche Ähnlichkeiten mit noch lebenden Politikern und wirklichen Ereignissen sind nicht ausgeschlossen. Die turbulente Komödie "So en Zirkus" ist eine Schweizer Uraufführung – übrigens inklusive Live-Musik einer kleinen Zirkusband.